Risiken von NFT-Spielen

Es gibt bei NFT Games einige Risiken, deren du dir bewusst sein musst, wenn du ins NFT Gaming einsteigen möchtest oder auch schon mittendrin bist. Lass uns einen Blick auf die Risiken und die Gefahren werfen.

1. NFT Spiele belasten die Umwelt

Da NFT-Spiele auf in der Regel auf Blockchains basieren, muss man zunächst prüfen, inwieweit die Nutzung von Blockchain-Technologie umweltschädlich ist. Dies lässt sich einigermaßen schwer pauschal beantworten. Wenn man liest, dass allein für die Berechnung der Bitcoin-Transaktionen so viel Strom benötigt wird, wie ganz Finnland verbraucht, ist das schon erschreckend. Während eines jeden Bitcoin-Hypes in den vergangenen Jahren gab es auch immer mehr als genügend Artikel und Videos über den Strombedarf und wieso das für die Umwelt problematisch sei. Nun könnte man ja immer noch den Standpunkt vertreten, dass der Bitcoin eine Währung ist und jede Transaktion eben kosten verursacht. Letztendlich steckt als ein Wert dahinter, der transferiert wird – bei Bitcoin mittlerweile oft ein beträchtlicher Wert.

Doch wie verhält sich das nun bei NFT-Spielen? In vielen Spielen gibt es neben virtuellen Gegenständen, die auf einer Blockchain (z.B. Ethereum) erzeugt und von Wallet zu Wallet übertragen werden, auch eine eigene Währung. Dieses Währungen oder Token sind oft sehr wenig wert, d.h. 1 Token hat bspw. den Wert von 0,00078 €. Stell‘ dir vor, du bekommst im Spiel für eine bestimmte Aktion 1 Token und diese Aktion kannst du ein Mal pro Minute ausführen. Monetär bekommst du also eigentlich gar nichts, aber da die Token zu dir bzw. in dein Wallet übertragen werden müssen, wird für jeden Token, den du bekommst eine Transaktion auf der Blockchain notwendig. Das heißt doch, dass alleine du schon massig Transaktionen auslöst und hierfür eben auch eine gewisse Menge an Strom notwendig ist.

Stell‘ dir das Ganze nun mit Zehntausenden oder mehr Spielern vor. Von diesem Standpunkt aus, sind NFT-Spiele also schon auch kritisch zu sehen. Nun ist es in der Realität aber so, dass nicht alle Spiele auf Blockchains mit derart hohem Rechenbedarf basieren (wie z.B. eben Etherum oder Bitcoin). Das wäre längerfristig nicht im Sinne der Spieleentwickler und -Publisher, da die hohen Transaktionskosten den Handel von weniger wertvollen NFTs unsinnig machen würden. Ein Beispiel: Du kaufst ein NFT, das einen Wert von 5€ hat, musst für die Transaktion in dein Wallet aber 50€ an ETH-Gas bezahlen.

Deswegen haben viele Spiele auf eine sogenannte Side-Chain geswitcht, die schnellere und günstigere Transaktionen ermöglichen, z.B. Polygon. Damit sinkt auch der Bedarf an Rechenleistung und somit der Stromverbrauch für einzelne Transaktionen.

Viele, der genutzten Blockchains sind aktuell im Modus „Proof of Work“, der generell mehr Rechenpower erfordert. Einige Blockchains werden in näherer Zukunft zu „Proof of Stake“ wechseln und somit deutlich umweltfreundlicher werden.

2. NFTs haben keinen echten Wert

Ein NFT ist tatsächlich nur so viel wert, wie ein anderer Käufer dafür bereit ist zu zahlen – es liegt kein Rohstoff oder irgendetwas dahinter was zumindest selbst einen Wert darstellen würde. Das ist bei Kryptowährungen aber generell auch so. Klar, NFTs wurden 2021 extrem gehyped und es wurden NFTs für unfassbare Summen verkauft. Die große Frage ist, ob es sich um eine Blase handelt, die irgendwann platzt. Falls das passiert, purzeln die Preise und viele NFTs werden weniger wert sein, als der Kaufpreis. Vermutlich gibt es aber auch bein den NFTs einige Stücke, die nunmal die ersten ihrer Art waren oder einfach sehr sehr besonders sind. Solche Exemplare werden bei Sammlern bestimmt auch in Zukunft einen gewissen Wert haben. Es werden im Jahr 2022 viele erkennen müssen, dass nicht jedes blind gekaufte NFT eine extreme Wertsteigerung gebracht hat, sondern dass viele NFTs tatsächlich relativ wertlos sind. NFT ist eben nicht gleich NFT. Daher halte unbedingt die Augen offen, bevor du etwas kaufst und informiere dich genaustens.

3. Digitale Dinge können endlos kopiert werden

Dieses Argument hört man ziemlich oft von Personen, die gegenüber NFTs kritisch sind: „Wieso soll ich für ein JPG-Bild einen sechsstelligen Betrag ausgeben? Das Bild kann doch einfach beliebig oft kopiert werden.“

Richtig ist, dass ein digitales Bild, Video oder ähnliches normalerweise tatsächlich x-fach kopiert und weitergegeben werden kann. Die Besonderheit am NFT ist aber die Kombination mit einer Art digitalem Echtheitszertifikat, das auf einer Blockchain hinterlegt ist und nicht gefälscht werden kann. Wir haben das im Artikel „Was sind NFTs?“ schon ausführlicher erklärt. Kurz gesagt, kannst du als Besitzer jederzeit nachweisen dass du z.B. der Besitzer des NFTs bist, das den ersten Twitter-Tweet enthält. Es ist überprüfbar, wo und von wem es erstellt wurde und wie es zur dir gekommen ist, d.h. du kannst jederzeit nachweisen, dass du das Original-NFT hast. Und genau das, ist das eigentlich wertvolle – es geht weniger um die JPG-Datei selbst.

4. Free-to-Play außer Konkurrenz

Manche NFT-Spiele sind free-to-play, d.h. man kann sie kostenlos spielen. Andere erfordern, dass du zu Beginn bestimmte Token oder NFTs kaufst, um mitspielen zu können. Es gibt nicht wenig Bedenken, dass solche Modelle dazu führen, dass der Erfolg im Spiel mit der Investitionssumme steigt. Das macht denjenigen Spaß, die viel Geld reinstecken – für alle anderen bleibt der Spaß möglicherweise auf der Strecke. Es gibt auch ohne Blockchain und NFTs schon mehr als genügend Spiele, in denen man sich mit echtem Geld Vorteile erkaufen kann und schon dort, ist das für viele Spieler ein Problem. Wenn man gegen andere andauernd verliert, nur weil die anderen echtes Geld investiert haben, hat man irgendwann einfach keine Lust mehr auf das Game. Dies könnte auch bei NFT-Games passieren.

Zudem wird der Einstieg wahrscheinlich je schwerer, desto später man ins Spiel einsteigt. Hier wird interessant zu sehen sein, wie die Entwickler das umgehen und sicherstellen, dass ihr Spiel auch Neueinsteigern Spaß macht.

5. Entwickler / Publisher stellt Spiel ein

Falls ein Entwickler oder Publisher Pleite geht oder das Spiel aus einem anderen Grund einstellt, werden die NFTs nicht direkt wertlos. Zuerst werden sie im Spiel nutzlos – denn ohne Spiel nutzt ein in-game-Item natürlich nichts mehr. Da die NFTs auf einer Blockchain liegen, gibt es sie auch in Zukunft ohne das Spiel. Es könnte sogar sein, dass solche NFTs an Wert gewinnen, weil ja keine neuen mehr dazukommen und dadurch eine Verknappung entsteht. Für weitaus wahrscheinlicher halte ich allerdings, dass die NFTs extrem an Wert verlieren. Zumindest die normalen und häufig vorkommenden Items werden nahezu wertlos werden. Sobald es ein Spiel nicht mehr gibt, bricht meist auch die Community auseinander, es gibt keine Neuigkeiten zum Spiel mehr, das Interesse generell geht verloren und ohne Interesse gibt es auch keine wertvollen Gegestände und NFTs. Eine Ausnahme könnten superseltene Items darstellen, die es wirklich nur einige wenige Male gibt. Dafür finden sich bestimmt immer ausreichend viele Liebhaber, für die soetwas auch über das Ende des Spiels hinaus interessant genug ist.

6. Suchtgefahr NFT Spiele

Das ist kein Scherz! Es ist ja bekannt, dass Computerspiele süchtig und abhängig machen können und wenn es bei NFT-Spielen eben nicht mehr nur um den Spaß oder das Hochleveln geht, sondern um echtes Geld, steigert das die Suchtgefahr immens. Das ist zum Einen aufgrund des Spielens selbst, also bspw. aufgrund der verwendeten Zeit der oder der Vernachlässigung sich selbsts gefährlich, zum Anderen aber auch unter dem finanziellen Aspekt. Wenn mehr eingesetztes Geld zur mehr Erfolg führt, ist das echt ein Gefahrenpotenzial. Gamer könnten das Gefühl haben, es unter Kontrolle zu haben und der Erfolg im Spiel bestätigt ihr Vorgehen. Wenn am Ende aber tausende €uro investiert wurden, die nicht realisiert werden können, hat der Zocker womöglich ein echtes Problem im echten Leben.

7. Regulierung

Kryptobörsen waren lange Zeit kaum reguliert. Man konnte anonym Kryptowährungen kaufen und verkaufen. Dies hat sich in den letzten Jahren massiv gewandelt und überall muss man den Ausweis zücken bzw. hochladen, bevor man einkaufen darf. Der Markt für NFTs ist bisher kaum reguliert und es können riesige Vermögenswerte teils immer noch anonym gekauft und verkauft werden oder über NFT Spiele kreiert werden. Auch wenn es der ursprünglichen Idee von Kryptowährungen widerspricht, wird es vermutlich nicht ewig dauern, bis die Gesetzgeber hier einen Riegel vorschieben, um Geldwäsche und ähnliches verhindern zu wollen.

8. Verlust von Tokens durch SCAM oder Anwendungsfehler

Die Blockchain-Technologie ist für viele neu. Damit einher gehen natürlich auch Fehler, die unvorsichtigen, aber auch neuen Nutzern passieren können. Du solltest dich auf jeden Fall genauer mit der Materie auseinandersetzen und dich schlaumachen, was du auf keinen Fall tun solltest und wann Vorsicht angesagt ist. Verbinde deine Wallet (z.B. MetaMask) nicht blind mit jeder Webseite, die das möchte und schau‘ genau hin, bevor du etwas bestätigst. Außerdem darfst du auf keinen Fall ein Passwort oder sogar deine geheime Passphrase / Secret teilen – auch keinem vermeintlichen Supportmitarbeiter irgendeines Unternehmens!

Oben genannte Fälle treten häufiger auf, als man denkt und die Gauner werden immer geschickter. So wurde schon manch offizieller Kanal gehackt oder der echte Supportmitarbeiter eines ehrenhaften Unternehmens hat Schindluder betrieben – das ist leider alles schon vorgekommen. Daher unbedingt aufpassen und lieber erstmal misstrauisch sein. Schade, dass das eine Art Motto sein muss – schließlich sollten wir eigentlich eher davon ausgehen, dass wir anderen Vertrauen können. Bei Kryptowährungen und NFTs ist aber wirklich besondere Vorsicht angesagt. Oft genug bekommt man Fälle mit, wo am Ende ein Wallet leer war und es gibt halt leider einfach keinen Weg, die Coins oder Token irgendwie zurückzuholen. Bitte sei dir deiner eigenen Verantwortung stets bewusst.

Fazit

Wie du siehst, gibt es einige Risiken. Wie stehst du dazu und siehst du noch weitere Risiken oder Probleme? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

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