Was sind NFTs?

Zuerst kamen Kryptowährungen und die Blockchain auf. In einem der bisher größten Hypes wurde Ende 2017 in vielen Mainstream-Medien über Crypto, Tokens, Blockchain und ICOs berichtet. Nun, 4 Jahre später (November 2021) kratzt der Bitcoin an der 70.000€-Marke und wieder wird viel berichtet. Der Unterschied zu 2017 ist, dass im Jahr 2021 der NFT-Bereich extrem geboomt hat und mit NFTs – oft auch Krypto-Kunst genannt – ein weiteres Thema hinzugekommen ist, das in den Nachrichten immer öfter zu hören ist. Doch was sind eigentlich NFTs, was haben sie mit Crypto und Blockchains zu tun und wo bekomme ich welche?

Was bedeutet fungibel?

Der am schwersten zu verstehende Teil des Begriffs „Non-Fungible-Token“ ist sicherlich „Fungible“. Also fangen wir doch am besten damit an. Im Gabler Wirtschaftslexikon ist der Begriff Fungibilität sehr verständlich erklärt.

Fungibilität liegt vor, wenn die Sachen […] durch gleich bleibende Beschaffenheit (z.B. nach Zahl, Maß oder Gewicht) im Handelsverkehr bestimmt werden und durch jede andere Sache […] der gleichen Gattung und Menge ersetzt werden können.

Gabler Wirtschaftslexikon, https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/fungibilitaet-34994

Das heißt also, dass z.B. ein 10€-Schein fungibel ist. Es gibt viele davon und wenn ich Deinen 10€-Schein in Deinem Geldbeutel durch einen anderen 10€-Schein ersetze, fällt es dir wahrscheinlich überhaupt nicht auf. 10€-Scheine sind untereinander austauschbar. Dasselbe gilt für andere Geldscheine, für Aktien, für 1kg reines Gold – es muss lediglich von der gleichen Qualität und in der gleichen Menge sein.

Non-Fungible-Token (NFT)

Nicht fungible Güter gibt es generell auch schon seit Ewigkeiten, z.B. Kunstwerke wie die Mona Lisa oder eine Internetadresse, sprich Domain. Das sind ebenfalls nicht fungible Güter. Etwas, das nicht 1:1 ausgetauscht werden kann, ist nicht fungibel. Da sind wir dann auch schon bei der Bedeutung von Non-Fungible-Token: Nicht fungibles Objekt. Also ein Objekt oder ein Gegenstand, der in seiner Beschaffenheit einzigartig ist und nicht austauschbar ist. Daraus ergibt sich in der Regel auch eine Seltenheit in Bezug auf die Objekte. Die NFTs, über die wir heute sprechen, basieren auf der Blockchain-Technologie und sind erst nach den ersten Kryptowährungen und -Tokens aufgekommen, da diese letztendlich die Grundlage für NFTs in der heutigen Form sind.

Seit wann gibt es NFTs?

Die ersten richtigen NFTs waren die sogenannten CryptoPunks, die im Jahr 2017 erstellt wurden. Im gleichen Jahr kamen die CryptoKitties auf den Markt. Beide Sammlungen profitierten damals von einem regelrechten Crypto-Boom und -Hype und wurden recht populär. Mit dem Bitcoin-Absturz im Jahr 2018 verschwand aber das Interesse des Mainstreams an Crypto und NFTs wieder. Spätestens 2021 feierten sie ihr Comeback auf der großen Bühne und wann immer es um Kryptowährungen geht, sind NFTs nicht weit. Trotzdem dürften wir immer noch ziemlich am Anfang der Entwicklung stehen. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Metaverse wird davon ausgegangen, dass Kryptowährungen und NFTs noch sehr viel Potenzial haben. Auch wenn man sich anschaut, wie gering der Anteil von NFT-Besitzern an der Bevölkerung ist, wird einem klar, dass wir tatsächlich erst ganz am Anfang stehen.

Wieso sind manche NFTs so wertvoll?

Wie du sicherlich weißt, geht es bei NFTs um digitale Objekte und vielleicht hast du Dich schon gefragt, wieso jemand einen Millionenbetrag für bspw. ein digitales Bild ausgibt, obwohl es doch problemlos tausendfach kopiert werden kann und somit jeder dieses Bild haben kann. An dieser Stelle kommt die größte Besonderheit von NFTs ins Spiel: Der Speicherort der NFTs, nämlich die Blockchain.

Digitale Gegenstände in der Blockchain

Dadurch, dass NFTs in einer Blockchain (z.B. Ethereum) gespeichert werden, können sämtliche Transaktionen genau nachvollzogen werden und sind dank der Dezentralität von Blockchains vor Fälschung geschützt.

Technisch gesehen, ist das NFT dann ein Eintrag (Block) in der entsprechenden Blockchain. Neben dem Objekt selbst (oftmals wird tatsächlich nur ein Hashwert des Objekts oder seiner Meta-Daten gespeichert, um Speicherplatz zu sparen) werden auch weitere Angaben wie der Besitzer (Wallet-Adresse), Token-ID und die ID des zugehörigen Smart Contracts. Der Vorgang der Erstellung eines Tokens wird auch Tokenisierung genannt. Im Smart Contract wird gesteuert, welche Wallet-Adresse in der Blockchain hinterlegt ist. Wird das NFT verkauft und transferiert, wird eigentlich nur per Aufruf einer Funktion des Smart Contracts dafür gesorgt, dass die Wallet-Adresse des neuen Inhabers hinterlegt wird. Genau genommen wird nicht das Objekt selbst verkauft, sondern meistens nur der ursprüngliche Token, der wiederum auf das Objekt verweist.

Das Objekt, z.B. eine Bilddatei, kann natürlich trotzdem von jedermann beliebig oft kopiert und verteilt werden. Die Besonderheit wodurch sich der Wert eines NFTs ergibt, ist die Tatsache, dass der Inhaber dank Blockchain jederzeit genau nachweisen kann, dass er genau den Token hat, der bspw. durch das Auktionshaus Christie’s für X Millionen € verkauft wurde.

Wie wertvoll sind NFTs?

Es gibt mittlerweile wahnsinnig viele NFTs und ausgelöst durch die hohen Verkaufspreise, die zuletzt die Runde gemacht haben, sprießen weitere NFTs überall aus dem Boden. Schau Dich gerne mal auf der größten NFT-Handelsplattform der Welt, OpenSea um und sortiere doch mal nach „Preis aufsteigend“. Du wirst Dich wundern, denn die Preise fangen bei 0,00§ bzw. ETH an. Du bekommst dort also NFTs kostenlos. Zudem kannst du auch selbst ein NFT erstellen und musst dabei nur eine kleine Gebühr für die Tokenisierung auf der Blockchain bezahlen. Sortiere nun gerne mal andersherum, um die höchsten Preise zu sehen. Am 13.11.2021 sind die teuersten, gelisteten NFTs für 5.000 ETH erhältlich – das entspricht dem Tageskurs von knapp über 20 Millionen €uro.

Das teuerste, bisher verkaufte NFT war das Bild Everydays: The First 5000 Days. Es wurde über das Auktionshaus Christie’s im März 2021 für 69 Millionen US-Dollar verkauft. du siehst, es gibt einen ziemlich großen Spielraum. Achja, die zum Verkauf gehörende Transaktion kannst du dir auf der Ethereum-Blockchain anschauen.

Du siehst, NFTs sind ein sehr spannendes Thema und dennoch einigermaßen komplex, wenn man sie in aller Tiefe verstehen möchte. Einige Menschen haben sicherlich schnell wahnsinnig viel Geld verdienen können – bei den meisten war es vermutlich einfach eine gehörige Portion Glück. Mittlerweile kann jeder, der möchte, ein NFT kaufen. Dennoch muss man aufpassen, sich informieren und nicht einfach irgendein NFT kaufen, nur weil man hofft, dass dessen Wert explodiert. Das funktioniert heute sicher nicht mehr und wenn man Pech hat, gibt es später kein Interesse mehr an diesem NFT, d.h. es ist quasi wertlos. Wir haben auch schon beantwortet: Welche Risiken gibt es bei NFT Spielen?

Im Jahr 2021 haben NFT-Spiele einen echten Boom erfahren – vielleicht bist du deswegen hier. Die oben beschriebenen Basics sind jedenfalls extrem wichtig für das Verständnis von NFTs generell.

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